Pressemitteilung: Bund der Antifaschisten Leipzig lädt zur Bildungsfahrt zum KZ Lichtenburg

Der Bund der Antifaschisten Leipzig lädt in Kooperation mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit für Samstag, den 1. September zu einer Bildungsfahrt in die Gedenkstätte KZ Lichtenburg in Prettin ein. Die Fahrt wird begleitet von der Tochter eines ehemaligen Häftlings, Heiderose Gläß, die vom Leben ihres Vaters berichten wird. Zuvor gedenken wir wie in jedem Jahr anlässlich des Weltfriedenstages, den Opfern der nationalsozialistischen Militärjustiz auf dem Leipziger Ostfriedhof.

Interessierte sind herzlich eingeladen, sowohl am Gedenken als auch an der Bildungsfahrt teilzunehmen. Da die Anzahl der Busplätze begrenzt ist, bittet BdA Leipzig unbedingt um Anmeldung unter info@vvn-bda-leipzig.de. Der Unkostenbeitrag beträgt 15 beziehungsweise ermäßigt 5 Euro. Los geht es am 1. September, 9 Uhr an der Ecke Goethestraße / Brühl. (Einen detaillierten Ablaufplan sowie Hintergrundinformationen zum KZ Lichtenburg finden Sie unten stehend)

Infos auf einen Blick:

Start:           1 . September, 9 Uhr

Treff:           Goethestraße / Brühl

Kosten:             15 Euro / ermäßigt 5 Euro

Anmelden:      info@vvn-bda-leipzig.de

Ablauf:

09:30 Uhr –      Gedenken auf dem Ostriedhof an die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz

10:00 Uhr –      Abfahrt nach Prettin ab Oststraße 119

11:30 Uhr –      Führung durch die Gedenkstätte

Flyer

Hintergrundinformation zum KZ Lichtenburg:

Am 12. Juni 1933 trafen die ersten männlichen „Schutzhäftlinge“ im Schloss ein. Im Oktober 1933 als staatliches Konzentrationslager in Preußen bestätigt, wurde das KZ Lichtenburg 1934 nach einem im KZ Dachau erprobten Organisationsmodell reorganisiert. Es überdauerte damit die Frühphase des NS-Staates und übernahm fortan eine zentrale Position im System der Konzentrationslager. Mit der ab Sommer 1936 beginnenden Errichtung von Barackenlagern, die einen neue Stufe in der Entwicklung des KZ-Systems markieren, wurde das Männer-KZ Lichtenburg schließlich aufgelöst: Die letzten verbliebenen Häftlinge wurden im August 1937 in das KZ Buchenwald verlegt.

Noch vor ihrem Abtransport hatten sie jedoch damit begonnen, eine Neubelegung des Schlosses vorzubereiten. Innerhalb der Inspektion der Konzentrationslager (IKL), einer ab 1934 agierenden Verwaltungszentrale der SS, intensivierten sich im Herbst 1937 die Bemühungen, ein zentrales Frauen-KZ im Schloss Lichtenburg einzurichten. Zwischen Dezember 1937 und März 1938 wurden die weiblichen Gefangenen der Schutzhaftabteilung Moringen in das KZ Lichtenburg verlegt, das damit zum ersten zentralen Frauenkonzentrationslager für das gesamte Reichsgebiet unter Leitung der IKL werden sollte. Im Mai 1939 erfolgte die Auflösung des Frauen-KZ Lichtenburg mit der Verlegung der Häftlinge sowie Teilen des Lagerpersonals in das KZ Ravensbrück.

Schönauer Parkfest 2018

Auch dieses Jahr wieder mit eigenem Stand auf dem Schönauer Parkfest präsent. Zudem konnten Interessierte an einem Rundgang am authentischen Ort in der Parkallee teilnehmen. Dieser war kostenfrei und fand um 11 Uhr und 14 Uhr statt. Treffpunkt war unser BdA-Stand auf dem Parkfestgelände, gestartet wurde an der Gedenktafel. Im Anschluss, um 16 Uhr lud der Bund der Antifaschisten gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung zur Buchvorstellung des 2018 erschienenen Werkes „NS-Terror und Verfolgung in Sachsen“ ein, welches die gesamte NS-Geschichte – angefangen von den frühen Konzentrationslagern bis hin zu den Todesmärschen – speziell in Sachsen behandelte. Danke Ulf-peter Graslaub für die Bilder.
                                                      

Leipziger Seebrücke – Schafft sichere Häfen

Es ist als VVN-BdA Leipzig uns eine Herzensangelegenheit diesen Aufruf mit zu tragen und die Demo / Aktion zu supporten wie unser Bundesverband es schon auf Bundesebene seit Beginn macht Gerade wo in den letzten Tagen, Wochen, Monaten… wieder viele Menschen auf dem Mittelmeer ihr Leben verloren haben und Flüchtlingshelfer / Seenothelfer mit Repressionen zu kämpfen haben, ist Widerstand gegen diese menschenverachtende asoziale Politik eigentlich jedermanns Bürgerpflicht


Aufruf zu 
#Seebrücke

Über 35.000 Menschen sind seit dem Jahr 2000 an den europäischen Außengrenzen ums Leben gekommen. Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Statt die Grenzen durch rechte Hetzer wie Salvini, Seehofer oder Kurz dicht machen zu lassen, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte, und sichere Häfen.

Die Seebrücke ist eine internationale Bewegung, getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und fordern von der deutschen und europäischen Politik sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder sich noch auf der Flucht befinden.

In diesen Minuten, Stunden und Tagen laufen weiterhin Boote aus den Häfen Libyens aus und die Menschen darauf werden keine Hilfe erhalten, denn nach der Festsetzung vieler privater Rettungsschiffe ist kein einziges mehr auf dem Mittelmeer unterwegs. Das heißt: Jeden Tag sterben Menschen auf dem Weg nach Europa. Das ist eine unfassbare humanitäre Katastrophe, ausgelöst durch politische Entscheidungen und die daraus folgende Abschottung Europas.
Seehofers Plan ist es, keine Rettungsschiffe mehr auslaufen zu lassen. Wir wollen genau das Gegenteil. Seenotrettung ist kein Verbrechen, sondern eine Pflicht! Wir werden nicht weiter schweigend dieser Kriminalisierung zusehen!

Wir dürfen dabei nicht abwarten, bis sich die Regierungen in Berlin, Brüssel oder sonst wo bewegen. Auch Leipzig kann etwas verändern. Leipzig kann dem Beispiel von Städten wie Barcelona oder Berlin folgen und sich zum sicheren Hafen für Geflüchtete und Menschen in Not erklären. Dies wäre Ausdruck der praktischen Umsetzung von Menschenrechten und von Solidarität, die in unserer Gesellschaft gerade vermisst wird. Es wäre auch Leipzigs Chance der menschenfeindlichen Politik der CDU in Sachsen konkret etwas entgegenzusetzen. Denn wir wollen keine sogenannten Anker- oder Transitzentren, keine geschlossenen Grenzen und keine Abschiebungen in Regionen aus den Menschen gerade geflohen sind. Leipzig hat nun die Pflicht das selbstgewählte Label der „Weltoffenen Stadt“ wirklich ein mal mit Leben zu füllen!

Lasst uns Seebrücken bauen. Lasst uns Leipzig zu einem sicheren Hafen machen. Kommt zur Demonstration durch die Leipziger Innenstadt und ergreift selbst Initiative.
Orange ist unsere Farbe!

Rundgang zu Stätten der NS-Zwangsarbeit am 27. Mai, 14 Uhr

BdA Leipzig auf Connewitzer Straßenfest präsent
Rundgang zu Stätten der NS-Zwangsarbeit

Auch in diesem Jahr wird der Bund der Antifaschisten (BdA Leipzig e. V.) beim Connewitzer Straßenfest rund um die Paul-Gerhard-Kirche am kommenden Sonntag, 27. Mai mit einem Stand präsent sein. Um 14 Uhr bieten wir in Kooperation mit dem Historiker und Buchautor Florian Schäfer einen Rundgang zu den Stätten der NS-Zwangsarbeit an. Auf der rund eineinhalbstündigen Tour durch Connewitz wird deutlich, wie nah ehemalige Zwangsarbeiter*innen der deutschen Bevölkerung, wie unübersehbar sie doch eigentlich waren. An authentischen Orten stehen nicht nur die funktionalen Aspekte der Lager und Arbeitsstellen im Fokus, sondern auch die Lebensbedingungen der Arbeiter*innen. Zudem  wird die Versorgung und Unterbringung, das Verhältnis der ausländischen Arbeiter*innen zur deutschen Bevölkerung und ihr Alltag nachgezeichnet.

Treff- und Ausgangspunkt des Rundganges ist das Tor am Werk II, Kochstraße 132.

Der Winkel 02-2018 erschienen

Die Aprilausgabe enthält aus aktuellem Anlass – geschrieben für die „LINKS” verfasst vom Österreicher Prof. Peter Porsch unter dem Titel „Die Iden des März“ einen Aufsatz über den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938 mit Bezügen zur Gegenwart. Auch sehr lesenswert der Artikel zur Geschichte des 1. Mai, der ein freier Tag in Deutschland und vielen anderen Ländern ist. Für die einen Abschied von der kalten Jahreszeit mit vielen regionalen Bräuchen, für die anderen ein Kampftag der Arbeiterbewegung, der schon seit dem 19. Jahrhundert genutzt wird um für Arbeiterrechte und gegen Missstände zu demonstrieren. Zu empfehlen ist auch der Bericht über die Enthüllung der Gedenktafel, die an Zwangsarbeit in den den Astra-Werke AG in Chemnitz erinnert.

    • Aus aktuellem Anlass – nachgelesen in der „LINKS” verfasst vom Österreicher Prof. Peter Porsch „Die Iden des März“
    • Der 1. Mai – ein freier Tag in Deutschland und vielen anderen Ländern.
    • Astra-Werke AG, Chemnitz, Gedenktafel erinnert an Zwangsarbeit in den Astra-Werke AG

komplette Ausgabe als PDF zum Download
Seite 1 & 4
Seite 2 & 3

„Tag der Befreiung“

Heute vor 73 Jahren, am 8. Mai 1945, verkündeten die alliierten Streitkräfte die bedingungslose Kapitulation des Dritten Reiches und somit das Ende des 2. Weltkrieges in Europa. Dieser Tag ging als Tag der Befreiung in die Geschichte ein. Viele Jahre voller Leid, Tod und Zerstörung fanden ihr Ende. Nazi-Deutschland war endlich besiegt. Der Tag gilt uns als Erinnerung, dass diese Gräuel nie wieder geschehen dürfen. Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Todesmarschgedenken Leipzig / Wurzen

 

Der 8. Mai gilt als Tag der Befreiung – ein Grund zum Feiern, aber auch Anlass, der Millionen Opfer von Gewalt und Terror zu gedenken. Der Bund der Antifaschisten (BdA) tut dies bereits zum 18. Mal, in dem er an die Leiden der Insassen von Konzentrations-, Arbeits- und Haftlagern erinnert, die zu Kriegsende auf lange, oft ziellose Märsche durch ganz Deutschland geschickt wurden. Die sogenannten Todesmärsche (ausführliche Informationen Über die Todesmärsche im Leipziger Raum auf der Rückseite) kosteten so kurz vor der ersehnten Freiheit noch tausende Menschenleben. Die völlig Entkräfteten starben an Hunger, Durst und Kälte oder durch Schüsse ihrer Bewacher.

Gedenkveranstaltung: 73. Jahrestag des „Massakers von Abtnaundorf“

  

Anlässlich des 73. Jahrestags des „Massakers von Abtnaundorf“ und des Kriegsendes in Leipzig findet am Mittwoch, 18. April 2018 um 16:00 Uhr am Mahnmal Abtnaundorf (Theklaer / Heiterblickstraße) eine Gedenkveranstaltung statt.
Die Veranstaltung wird von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig / Förderverein „Dr. Margarete Blank“ e.V. und dem Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten e. V. ausgerichtet.

Es sprechen:
– Ann Katrin Düben (stellv. Vorsitzende des Fördervereins „Dr. Margarete Blank“ e.V.)
– Anne Friebel (wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig)

Im Anschluss stellt Harald Alff die künstlerische Installation vor, die er im Auftrag der Stadt Leipzig vor dem Mahnmal gestaltet hat. Das etwa zehn Meter lange Objekt – ein Dickicht aus 208 stählernen Stelen – wurde im Januar 2018 eingeweiht. In die Stelen sind die Namen aller bekannten Opfer des Konzentrationslagers „Leipzig-Thekla“ sowie des „Massakers von Abtnaundorf“ eingestanzt und somit erstmals in der Öffentlichkeit sichtbar.

Hintergrundinformationen zum „Massaker von Abtnaundorf“ gibt es auf der Homepage der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig:
http://www.zwangsarbeit-in-leipzig.de/zwangsarbeit-in-leipzig/mahnmal-abtnaundorf/