Weltfriedenstag und Gedenkstättenfahrt zum Konzentrationslager Lichtenburg

KZ Lichtenburg in Prettin – eine Etappe des Leidens von Alfred Schneider

Mein Vater Alfred Schneider wurde 1908 im schlesischen Hermsdorf bei Waldenburg geboren. Nach schwerer Kindheit und Jugend erlebte er die Machtergreifung der Nazis und wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, der eine sogenannte „Schutzhaft“ in den KZs Lichtenburg und Sachsenhausen folgte. Ich möchte bei unserer Fahrt über ihn erzählen. Dabei kommt es mir darauf an, meine Vater, Alfred Schneider, nicht auf eine Sockel zu heben und als Helden darzustellen, sondern als jungen Mann, der schon in frühen Jahren Klassenunterschiede kennengelernt hat und sich als junger Sozialdemokrat eingereiht hat, in den Kampf gegen die Faschisten und besonders in die illegale Arbeit nach 1933. Dass er das mit Zuchthaus und KZ-Haft, mit schrecklichen Jahren im Strafbataillon 999 und jahrelanger Trennung von seiner Familie bezahlt hat, und dass daraus der Wunsch nach einer gerechteren Gesellschaft entstanden ist, den er in der DDR versucht hat sich zu erfüllen, kann ich an vielen persönlichen Aufzeichnungen meine Vaters verdeutlichen.

Ich freue mich auf unsere gemeinsame Bildungsfahrt am 1. September 2018 nach Prettin.

Heiderose Gläß

09:00 Bus ab Hbf
09:30 Ostfriedhof
Ostfriedhof: Wir gedenken der
Opfer der nationalsozialistischen
Militärjustiz Gedenkstein der
Deserteure
10:00 Abfahrt Ostfriedhof
11:30 Lichtenburg
Das Konzentrationslager
Lichtenburg in Prettin bei Torgau
gehört zu den frühen Lagern. Im
Juni 1933 im ehemaligen Schloss
und Zuchthaus Lichtenburg
errichtet, wurden unter extrem
schlechten Bedingungen bis 1939
politische Gegner, Homosexuelle,
Frauen und rassisch Verfolgte
inhaftiert. Prominenter Häftling
war u.a. Wolfgang Langhoff.
Unkostenbeitrag 15,00 € / 5,00 €,
für Verpflegung ist selbst zu
sorgen.
Details unter vvn-bda-leipzig.de