Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Leipzig e.V. (VVN-BdA) gibt voller Trauer bekannt, dass unser langjähriges Mitglied und aktiver Antifaschist Friedrich Roßner (*24.7.1938) im September 2023 im Alter von 85 Jahren verstorben ist.

Kaum war Friedrich in den Ruhestand gegangen, wandte er sich seiner Leidenschaft, der antifaschistischen Arbeit zu und bereicherte über viele Jahre die Arbeit des Leipziger VVN-BdA e.V. Nicht ohne Hintersinn trug die Apotheke, die er vorher in Leipzig-Grünau betrieben hat, den Namen Carl Schorlemmer, eines Freundes von Karl Marx. Sein Wohnumfeld, das eher beschauliche Grünau, war natürlich nicht geschichtslos. In der Zeit des Hitler-Faschismus befand sich hier ein nicht unbedeutender Rüstungsstandort mit einem dazugehörigen KZ-Außenlager. In den Schulen der Umgebung war er unermüdlich unterwegs, um das Unglaubliche vor dem Vergessen zu bewahren. In der Bürgerinitiative „Grünau hat Geschichte“ und dem „Klub der Nachdenklichen“ im Stadtteilladen in Grünau war er eingebunden.

Seinem Engagement ist mit zu verdanken, dass an der Parkallee in Leipzig-Grünau in Zusammenarbeit mit der Freien Schule eine Tafel an das KZ-Außenlager der Allgemeinen Transportanlagen-Gesellschaft (ATG) erinnert. Hier mussten ab August 1944 als jüdisch verfolgte Mädchen und Frauen aus Ungarn unter unmenschlichen Bedingungen bis April 1945 Teile für Kriegsflugzeuge herstellen. Seit 2014 erinnert eine stabile Tafel direkt neben der Straßenbahnhaltestelle „Parkallee“ an diesen Ort des Grauens. Die inhaltliche Geschichtsarbeit verband Friedrich Roßner mit der im Vorstand des Leipziger VVN-BdA e.V., wo er stets zu den Impulsgebern gehörte.

Wir danken Friedrich dafür, ein Stück des Weges gemeinsam gegangen zu sein.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.
Vorstand des VNN-BdA Leipzig e.V. im September 2023



Unter dem Stichwort „Alles muss man selber machen“ ist die Initiative auf vielen Ebenen aktiv. Sie forcierte, bisher erfolglos, die Wiederaufnahme der juristischen Verfolgung von bekannten Täter:innen, richtete temporäre Gedenkorte ein und hält Kontakt zu Angehörigen der Ermordeten.
„…abends blieb viel Zeit und bis Kriegsende noch mehr.“
Für Samstag den 29.04 ab 10 Uhr laden wir wieder zur gemeinsamen Arbeit im Ehrenhain auf dem Südfriedhof in Leipzig ein. Unter dem Motto „Wir lassen über Geschichte kein Gras wachsen“ reinigen wir die Grabstätten und Gedenkplaketten für die hier gewürdigten Widerstandskämpfer:innen und Opfer des deutschen Faschismus.
Am 12. April fanden wir uns ab 17 Uhr mit einigen Freund:innen am „Mahnmal der 53“ in Leipzig Lindenthal ein, um den Opfern des hier vor 78 Jahren begangenen Verbrechens zu gedenken.
Am 12. April 1945 fand eines der letzten Verbrechen des Naziregimes im Umland von Leipzig statt. 53 Häftlinge unterschiedlicher politischer Einstellungen und Nationalitäten wurden aus Leipziger Polizeigefängnissen in ein Waldstück nahe der Ortschaft Lindenthal verschleppt und dort durch Gestapo- und SS-Männer hingerichtet. Unter ihnen die beiden namhaften Widerstandskämpfer Alfred Kästner und Paul Küstner. Sie waren zwei von insgesamt zehn deutschen Opfern. Außerdem wurden 24 sowjetische, sieben polnische, sechs tschechische, zwei französische und ein amerikanischer Gefangener umgebracht.
Unter diesem Motto fand der ANTIFA-Stammtisch am 15. März 2023 in der Gaststätte Frau Krause in Connewitz statt. Ein großer Dank allen Beteiligten für den interessanten Austausch und die Einblicke in die Leben vieler mutiger Frauen.
Anlässlich des Internationalen Frauentages am 08.März möchten wir uns diesmal inhaltlich mit dem Thema „Frauen im Widerstand“ beschäftigen. Hierfür wird uns zunächst unser Mitglied Irene Berichte aus dem Leben von zwei Frauen im Widerstand vorstellen. Anschließend gibt es Raum für Fragen und gemeinsame Diskussion.