Aufruf zu den Ostermärschen 2022

 

Was in Kriegen passiert, sehen wir nicht erst bei den Gräueltaten von Butscha.‼️Wir fordern deshalb Friedenssicherung durch Abrüstung und Stärkung der internationalen Institutionen.

Wir unterstützen auch weiterhin die Kampagne „Abrüsten statt Aufrüsten“ und werden uns daran beteiligen, diese Forderung mit gemeinsamen Aktionen in der Öffentlichkeit stark zu machen.

In diesem Sinne werden wir uns auch an den Ostermärschen 2022 beteiligen. Schluss mit dem Krieg gegen die Ukraine! Statt 100 Milliarden für die Bundeswehr:

➡️ Abrüsten!
➡️ Atomwaffen abschaffen!

➡️ Klima retten!

Unser Aufruf zu den Ostermärschen 2022 ist jetzt als Flyer in unserem Shop erhältlich und kann bestellt werden. Hier der Link:
https://shop.vvn-bda.de/index.php/flugblaetter/flyer-ostermarsch-2022.html

Der Aufruf auf unserer Webseite:

Schluss mit dem Krieg gegen die Ukraine! Aufruf der VVN-BdA zu den Ostermärschen 2022

Übergabe der restaurierten Grablege Gedenkanlage Opfer Kapp-Putsch

Grabfeld Märzgefallene, Südfriedhof, XIX. Abteilung, 2. Gruppe, nahe Osttor Prager Straße

Samstag, den 19. März 2022, 10.00 Uhr

Symbolische Eröffnung und Übergabe der restau­rierten und in Teilen neu gestalteten Gedenkanla­ge in den Bestand der Kommunalen Friedhöfe der Stadt Leipzig,

Mit Bürgermeister Heiko Rosenthal und Stadtrat Dr. Volker Külow sowie dem Vorsitzenden der PBG eV., Alfred E. Otto Paul, und dem stellv. Vor­sitzenden der PBG e.V., Heinz-Joachim Halbach.

Flyer

Wir erinnern und gedenken Professor Dr. Ernst Springer zum 100. Geburtstag

Am 23. Februar 1922 wurde Ernst Springer in der Nähe von Komotau in der heutigen Tschechischen Republik geboren. Er verstarb am 23. August 2008 im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit in Leipzig.

Er war 1993 wesentlich an der Gründung des Bundes der Antifaschisten e.V. Sitz Leipzig beteiligt und dann dessen langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender. Voller Dankbarkeit und Hochachtung erinnern wir an diesen engagierten und aufrechten Antifaschisten, der in Leipzig aktiv an der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen gegen Neonazismus beteiligt war. Er setzte sich stets für die Erhaltung von Straßennamen von Antifaschist*innen ein, er trug den Hauptanteil an der Entstehung und Erweiterung der Bibliothek des Antifaschismus in Leipzig und wirkte für eine Einbeziehung junger Menschen in die Arbeit des BdA. Er stellte in verschiedenen Bündnissen gegen Rechts und gegen Krieg in den 1990-er Jahren seine Erfahrungen und Kompetenzen zur Verfügung und erwarb sich Achtung und Anerkennung bei den Mitstreiter*innen aus verschiedenen politischen Richtungen. Stets setzte er sich für eine differenzierte Sicht auf die Geschichte ein, wandte sich aber immer gegen eine Gleichsetzung von Hitlerregime und DDR. Er versuchte vor allem junge Antifaschist*innen zu sensibilisieren und ihnen in Vorträgen, Ausstellungen und am Rande von Demonstrationen Wissen zu vermitteln. Gemeinsam mit anderen Initiativen gelang es Ernst Springer, auf dem Ostfriedhof Leipzig einen Gedenkstein für die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz zu errichten, an dem alljährlich am 1. September der NS-Opfer, vor allem der Deserteure, gedacht wird und der auch am 8. Mai in die offizielle Ehrung der Stadt einbezogen wird.

„Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“- diesem Teil des Schwurs von Buchenwald war er stets verpflichtet, das prägte sein Handeln. Als junger Soldat in der Wehrmacht entzog er sich dem Krieg durch Desertion. Er setzte bewusst sein Leben aufs Spiel, um nicht in einem verbrecherischen Krieg Menschen zu töten. Die aktuelle Situation in der Ukraine hätte ihn sicher sehr beunruhigt und sein Engagement gegen einen neuen Krieg in Europa gefordert.

Wir hatten in ihm einen guten Freund, ein Vorbild im Kampf für die Erhaltung und Ausprägung antifaschistischer Ideale und Werte. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.

Vorstand

VVN-BdA Leipzig e.V.

Einfach mal Danke für eure Solidarität

Wir danken Euch für die Solidarität, die uns in den letzten Tagen von vielen entgegengebracht wurde. Ganz besonders freuen wir uns über die vielen Beitritte solidarischer Menschen, die wir als neue Mitglieder begrüßen dürfen.

#Faeser #VVNBdA

👉 https://vvn-bda.de/mitglied-werden/

Gedenken am 27.1. in Leipzig

Am 27.1. für euch zur Info sind folgende Corona konforme Veranstaltungen geplant, die veranstaltet werden von unterschiedlichen Akteuren:

– Ca. 14:50 Uhr sammeln an der Theklaer Str. beim Mahnmal, 15:00 Uhr Kranzniederlegung und Gedenkminute

– anschließend für Interessierte mit Fahrrad und/oder S-Bahn Richtung Marktplatz

– 16:00 Uhr Markt Gedenkveranstaltung DIG

18:00 Uhr Hauptbahnhof / Gedenken am Koffermahnmal

Wir würden uns freuen über zahlreiches Erscheinen von Euch! Auch in Pandemiezeiten sollte Gedenken mit Abstand und Maske möglich sein.

Nachruf Gerda Groß

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Leipzig e.V. (VVN-BdA) gibt voller Trauer bekannt, dass das langjährige Mitglied des Stadtvorstandes, die aktive Antifaschistin

Gerda Groß am 5. Dezember 2021 im Alter von 90 Jahren

verstorben ist.

Gerda wurde am 15.Januar 1931 in Nordböhmen, dem Sudentenland, geboren. Ihre kommunistische Familie war im aktiven Widerstand gegen die Nazidiktatur und emigrierte wegen der Verfolgung durch den faschistischen Staat in die Sowjetunion. Sie sagte selbst einmal, sie sei in dieses Leben hineingewachsen, dass immer die Gefahr bestand, vom politischen Widersacher „erwischt“ zu werden. In der Sowjetunion brachten sich die Eltern nach ihren Möglichkeiten weiter in den antifaschistischen Widerstand ein, die Kinder gingen zur Schule. Die längste Zeit ihrer Kindheit und Jugend verbrachte Gerda im Kindergarten und Schule in Tscheljabinsk am Ural. Dort arbeitete der Vater zuerst auch als Dreher im Traktorenwerk. Doch ihr Vater meldete sich nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion freiwillig zur „Roten Armee“ und ließ sich für Widerstandsaktionen in Nazideutschland ausbilden. Unter fremdem Namen war er dort im gefahrvollen Einsatz. Durch Verrat geriet er in die Fänge der Gestapo und wurde im Januar 1945 unter unbekanntem Namen in Dresden hingerichtet.

Geprägt durch diese Erfahrungen setzte Gerda, die nach dem Krieg mit ihrer Familie über Prag in den Ostteil Deutschlands zurückkehrte, alle ihre Kräfte dafür ein, dass sich eine friedliebende Gesellschaft entwickeln konnte. Ihre Sprachkenntnisse in Russisch und Tschechisch konnte sie dabei sehr gut nutzen. Im gesamten weiteren Berufsleben waren diese gefragt, wenn z.B. ausländische Delegationen oder geflüchtete Menschen zu betreuen waren.

Selbstverständlich war Gerda aktiv in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und deren Nachfolgeorganisationen in der DDR. Auch nach 1990 fand sie sich sofort wieder im neu gegründeten Interessenverband der Verfolgten des Naziregimes (IVVdN) und im heutigen VVN-BdA. Viele Jahre bekleidete sie im Stadtverband Leipzig das Amt der Schatzmeisterin.

Gerne gab sie Auskunft zu ihrem Leben und stand 2014 aktiv für das Zeitzeugenprojekt „Woran Sie sich erinnern“ mit ihrem reichen Erfahrungsschatz zur Verfügung.

In den letzten Jahren lebte sie zurückgezogen, schwere Krankheiten und schmerzliche Verluste in ihrer Familie musste sie verkraften. Bis zuletzt war sie aber an den Entwicklungen interessiert und stand für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Gerda bleibt bei uns älteren Mitgliedern in lebendiger Erinnerung, den jungen Mitgliedern werden wir ihr Leben als Vermächtnis nahebringen.

Wir verlieren eine gute Freundin und Vorbild im Kampf für die Bewahrung und Ausprägung antifaschistischer Ideale. Wir werden ihr Andenken in Ehren halten und in Ihrem Sinne weiterarbeiten.

Unser Mitgefühl gilt ihrer Familien und allen Angehörigen.

Vorstand des VNN-BdA Leipzig e.V.                                                       Dezember 2021

Kein Gedenken mit der AfD!

Liebe Mitglieder, Sympathisant*innen und Partner*innen im antifaschistischen Kampf

nach reiflicher Überlegung haben wir uns dazu entschlossen, der Einladung der Stadt Leipzig zum Gedenken an den 83. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November, in diesem Jahr nicht zu folgen. Grund dafür ist die zu erwartende und wiederholte Teilnahme von Vertreter*innen der AfD-Stadtratsfraktion, welche üblicherweise wie alle anderen Fraktionen, Initiativen, Verbände und Vereine von Oberbürgermeister Burkhard Jung zu diesem Anlass eingeladen werden. Interessanterweise fordert Jung darin eine „Grenzziehung für unseren Umgang mit Hass, Rassismus und Ausgrenzung im gestern, heute und morgen…“. Wir halten diese Praxis und den damit einhergehenden Umstand, dass Opfer der NS-Gewaltherrschaft, deren Angehörige, Interessenvertreter und andere antifaschistisch engagierte Menschen Seit an Seit mit Geschichtsrelativierern und teils offen rechtsextrem Agierenden gedenken müssen seit längerem für unerträglich und haben uns darum mit einem Offenen Brief an Herrn Jung gewandt.

Diesen Brief als pdf könnt ihr gern mitzeichnen, worüber wir uns freuen würden. Einfach uns schreiben (info@vvn-bda-leipzig.de), und wir setzen euch dann mit drunter.

Trotzdem werden wir natürlich an die Geschehnisse der Pogromnacht in angemessener Form erinnern und treffen uns dafür am Dienstag, den 9. November, um 16 Uhr an der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße. Daran anschließend möchten wir beim offiziellen Gedenken der Stadt still, aber sichtbar gegen die Teilnahme der AfD protestieren und laden herzlich dazu ein, euch uns anzuschließen.

Mit antifaschistischem Gruß

Vorstand VVN-BdA Leipzig e.V.

 

Buchvorstellung: Zuflucht Havanna – Irrfahrt der St. Louis – ABGESAGT!!!

LEIDER MUSS DIE VERANSTALTUNG ENTFALLEN!!!

Ein kubanischer Roman wirft ein Schlaglicht auf die deutsche Geschichte, Kuba und das Thema der Flüchtlingshilfe

Von Fernando Remírez de Estenoz

Am 13. Mai 1939 verließen 937 meist jüdische Flüchtlinge mit dem Passagierschiff St. Luis der Hamburg-Amerika Linie, Hapag, Nazi-Deutschland. Von Hamburg aus steuerte das Schiff den Hafen von Havanna an. Dann der Schock: Entgegen aller Planungen verwehrte man ihnen, an Land zu gehen. Und dies, obwohl jede Person an Bord die entsprechende Berechtigung hatte, eine so genannte Landeerlaubnis, für die sie jeweils mindestens 150 US-Dollar gezahlt hatten. Fast alle von ihnen hatten ein Visum für die Vereinigten Staaten beantragt und planten, nur so lange auf der Insel zu bleiben, bis sie in die USA einreisen konnten.

Doch acht Tage bevor die St. Luis von Hamburg aus nach Kuba ablegte, hob der damalige kubanische Präsident Federico Laredo Bru die Landeerlaubnis per Dekret auf. Um nach Kuba einzureisen, wäre es von nun an erforderlich gewesen, eine Genehmigung des Außenministeriums und eine weitere des Arbeitsministeriums sowie die Zahlung von 500 US-Dollar vorzuweisen. Keiner der Passagiere der St Luis wusste vom Inkrafttreten dieser Maßnahme, bis sie den Hafen von Havanna erreichten. Und dann war zu spät. Sie mussten ihre Rückreise nach Europa antreten. Letztlich überlebten gut zwei Drittel der Passagiere. Sie konnten später ihre Version dieser Tragödie erzählen.

Nur 28 der 937 Passagiere aus St. Louis konnten am 27. Mai 1939 in Havanna an Land gehen. Nur 22 konnten die neuen Dokumente vorweisen, die für das Ausschiffen erforderlich waren. Ein jüdischer Passagier beging an Bord einen Suizidversuch und musste in ein Krankenhaus in Havanna eingeliefert werden. Über sein Schicksal ist nichts weiter bekannt.

Kapitän Schröder, selbst Mitglied der NSDAP, steuert die St. Louis schließlich nach Antwerpen. Von dort aus werden die Passagiere von verschiedenen Ländern aufgenommen. Die meisten überleben den 2. Weltkrieg. 254 Passagieren der „St. Louis“ aber gelingt das nicht. Sie werden Opfer des Holocaust. Schröder wurde in Israel posthum in den Kreis der „Gerechten unter den Völkern“ aufgenommen.

Der ehemalige kubanische Politiker und Diplomat Fernando Remírez de Estenoz nutzt die Liebesgeschichte zwischen einem kubanischen Jungen und einer jüdischen Österreicherin als roten Faden, um historisch akkurat die Ereignisse rund um die Überfahrt des deutschen Kreuzfahrtschiffes zu erzählen. Die Propaganda des Dritten Reiches, seine Geheimdienstnetze auf der ganzen Welt, Korruption, die Mafia, die politische Instabilität, die jüdischen Gemeinschaften, die Manipulation der Presse, Wien, Berlin, Havanna, Washington und New York sind die Szenarien dieses Romans, der die tragische Geschichte der St. Louis nach 80 Jahren wieder erlebbar macht.