Veranstaltungshinweise

Gedenktafeleinweihung für den „Stille Helden“ Otto Heinze

Am Freitag, den 13. April um 16.30 Uhr findet in der Marktstraße 7 die Gedenktafeleinweihung für den „Stille Helden“ Otto Heinze statt.

Otto Heinze hat die Lebensbedingungen russischer Zwangsarbeiter verbessert und hat ein Kind Inhaftierter Genossen bei sich aufgenommen. Heinze wurde am 01.04.1944 verhaftet und wurde am 11.10.1944 vom Volksgerichtshof Dresden zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung fand am 17.11. 1944 statt. Er wohnte bis zu seiner Verhaftung in der Marktstraße 5, an dessen Nachbarhaus wir die Gedenktafel anbringen werden.

Wir laden Sie und Euch herzlich ein, an der Gedenktafeleinweihung teilzunehmen – im Anschluss findet um 18.00 Uhr im Erich-Zeigner-Haus mit einem Vortrag zum Thema „Schluss mit Auschwitz?! Ein Ende des Kriegsschuldkult?!“ der Auftakt zu unserer neuen Veranstaltungsreihe „Sich Erinnern ist ein politischer Akt. Zur aktuellen Macht der Vergangenheit“ statt. Auch hierzu laden wir Sie und Euch herzlich ein !

Flyer

 

Gemeinsame Veranstaltung in Kooperation mit dem Erich-Zeigner Haus e. V. im Rahmen der Reihe „Sich Erinnern ist ein politischer Akt!“ Über die aktuelle Macht der Vergangenheit!: Schluss mit Auschwitz?! Ein Ende des „Kriegsschuldkults“?!

13.04.2018, 18 Uhr, Erich-Zeigner-Haus

Björn Höcke [AfD] forderte zu Beginn des Jahres 2017 eine „180 Grad-Wende in der deutschen Erinnerungskultur“. Zur Staatsraison der Bundesrepublik Deutschland gehört eine Verurteilung des Nationalsozialismus und die Übernahme einer Verantwortung für die historischen Geschehnisse. Die Forderungen von B. Höcke durchbricht diesen Konsens. Zurecht? Müssen wir uns nach 70 Jahren nicht mehr der Verantwortung stellen? Schluss mit Auschwitz? Worin liegen die historischen Ursprünge dieser Forderung von Rechts und in wieweit hat der Vorwurf einer postulierten „political correctness“ tatsächlich Bestand? Pia Heine hält dazu einen Vortrag und lädt anschließend zu einer offenen Diskussion ein.

Henry Lewkowitz moderiert den Abend.

Der Eintritt ist kostenfrei. Wir freuen uns über zahlreiche Interessierte !

 

Lesung zur Finissage der Ausstellung „Leipziger Widerstandskämpfer und ihre Abschiedsbriefe“ in Kooperation mit dem VVN-BdA Leipzig e. V.

16.03.2018, KOMM-Haus, Selliner Straße 17, 04207 Leipzig

mit der erstmaligen Vorstellung des bisher unveröffentlichten Abschiedsbriefes von Karl Jungbluth- 73 Jahre nach Untergang des 3. Reiches.
Gäste: Nachkommen und Verwandte der Widerstandskämpfer
https://www.sachsen-fernsehen.de/diese-worte-schrieb-karl-jungbluth-kurz-vor-seinem-tod-452639/

im Anschluss:
Spezial zur Leipziger Buchmesse: Lesung aus dem Buch „Bis die Sterne zittern“ mit dem Autor Johannes Herwig

 

Johannes Herwig: „Bis die Sterne zittern“
Leipzig, 1936. Am ersten Tag der Sommerferien wird der 16-jährige Harro in eine Prügelei mit Hitlerjungs verwickelt. Unverhofft bekommt er Hilfe von Gleichgesinnten, die wie er nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun haben wollen. In dem Jahr, das folgt, ändert sich für Harro alles. Reibereien mit den Eltern und Ärger in der Schule, Nächte am Lagerfeuer, politische Aktionen, erste Liebe. Und über allem die bange Ahnung, dass sein wildes Treiben gefährliche Konsequenzen haben kann.

Die »Leipziger Meuten«, oppositionelle Jugendcliquen, haben Johannes Herwig zu seinem Debüt inspiriert. Kraftvoll, mitreißend und emotional erzählt Herwig vom Erwachsenwerden in einer Diktatur. Die Fragen, die er dabei stellt, sind heute so aktuell wie damals: Mitmachen, sich still anpassen oder Kontra geben?

Zum Autor
Johannes Herwig, geb. 1979 in Leipzig, Connewitz, wusste schon als Kind genau, was er wollte: Schreiben. Zunächst studierte er Soziologie und Psychologie und gründete die Filmgalerie Phase IV in Dresden, bevor er sich seiner Berufung widmete und die Arbeit an seinem Roman über die Leipziger Meuten begann. Er lebt in Leipzig. „Bis die Sterne zittern“ wurde mit dem Paul-Maar-Preis für junge Talente ausgezeichnet.

Autorenvideo: Johannes Herwig über sein Jugendbuch „Bis die Sterne zittern“ auf http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?id=238

 

Lesung „Der Abend kommt so schnell“ Sarah Sonja Lerch – Münchens vergessene Revolutionärin

REIHE: Rosa L. in Grünau

Mit Cornelia Naumann (Autorin und Dramaturgin)

5. März, Donnerstag, 18.00 Uhr; Wahlkreisbüro Grünau, Stuttgarter Allee 18, 04207 Leipzig (Örtlichkeit barrierefrei)

Im Januar 1918 mobilisiert Sarah Sonja Rabinowitz-Lerch an der Seite Kurt Eisners für einen pazifistischen Aufstand in München. Eine Woche lang hält sie flammende Reden gegen den Krieg, ruft die Arbeiter der Rüstungsfabriken zum Streik, rennt von Versammlung zu Versammlung. Dann ist sie plötzlich verschwunden, hinter Neudecks Gefängnismauern: festgenommen wegen Landesverrat. Ihr Mann sagt sich öffentlich von ihr los, sie stirbt in einer Isolationzelle des Gefängnisses Stadelheim.

Cornelia Naumann hat der unbekannten russischen Jüdin nachgespürt. In diesem Roman ist alles wahr, auch das Erfundene.

Im Rahmen der Buchmesse Vorstellung des Buches: „Der Abend kommt so schnell“ Sarah Sonja Lerch – Münchens vergessene Revolutionärin

Januar 1918. Ein Ende des Krieges ist nach vier quälenden Hungerjahren noch immer nicht abzusehen. Da taucht in München eine schwarzhaarige Frau auf wie aus dem Nichts. Eine Woche lang mobilisiert sie an der Seite Kurt Eisners einen pazifistischen Aufstand: durch Generalstreik will sie den Krieg endlich beenden, den König verjagen und die Republik ausrufen. Eine Woche lang hält sie flammende Reden gegen den Krieg, ruft die Arbeiter der Rüstungsfabriken zum Streik, rennt von Versammlung zu Versammlung. Dann ist sie plötzlich verschwunden, hinter Neudecks Gefängnismauern: festgenommen wegen Landesverrat.

Der Name der mutigen Frau: Sarah Sonja Rabinowitz-Lerch (1882-1918), später verächtlich „russische Steppenfurie“ genannt.

In der Zeitung erscheint eine Notiz: der Gatte, Professor Lerch, sagt sich öffentlich von Sonja los, er will seine Universitätskarriere durch das skandalöse Verhalten seiner Frau nicht gefährden. Einzig Fritzi, eine junge Munitionsarbeiterin, besucht Sonja im Gefängnis.

Nach wenigen Wochen stirbt Sonja unter mysteriösen Umständen in einer Isolierzelle im Gefängnis Stadelheim. Selbstmord aus Liebeskummer? Oder war alles ganz anders?

Cornelia Naumann, Autorin und Dramaturgin, hat dem Leben der tapferen, völlig unbekannten russischen Jüdin in München nachgespürt und fördert Erstaunliches zutage. In diesem Roman ist alles wahr, auch das Erfundene.

Buch erscheint im März 2018 bei Gmeiner ISBN 978-3-8392-21990