Bund der Antifaschisten Leipzig e. V. begrüßt Aufnahme Dr. Erich Zeigners in die OBM-Galerie

„Wir fühlen uns ihm sehr eng verbunden“

Der Bund der Antifaschisten e. V. Sitz Leipzig, Mitglied im Landesverband der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten Sachsen, begrüßt die Entscheidung des Leipziger OBM Burkhard Jung, den ersten antifaschistischen Oberbürgermeister und Gründungsmitglied sowie Zentralvorstand der Verfolgten vom Naziregime (VVN), Dr. Erich Zeigner, nun doch in die neue Galerie  im Rathaus aufzunehmen. Gleichzeitig äußert der BdA sein Befremden darüber, dass das Umdenken erst nach den vielen Forderungen aus verschiedenen Bereichen des zivilgesellschaftlichen Lebens  erfolgt ist

Dazu erklärt die langjährige Vorsitzende Renate Peinel: „Der BdA Leipzig ist seit  zehn Jahren mit seiner Geschäftsstelle und seiner Bibliothek des Antifaschismus im Erich-Zeigner-Haus beheimatet und wir sind sehr stolz, in diesem geschichtsträchtigen Haus im Sinne Erich Zeigners zu arbeiten. War er doch im ersten erweiterten Zentralvorstand der 1947 gegründeten VVN, die sich seitdem für die Verwirklichung des Schwures der befreiten Häftlinge des KZ Buchenwald „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ einsetzt. Wenn wir wissen, dass er in diesem Haus überlegt und mit Freunden besprochen hat, wie man Verfolgten in der Nazizeit helfen kann, wir heute gegen Neonazis, für Toleranz und gegen Rassismus  mit anderen Verbündeten Aktionen und Veranstaltungen planen, dann fühlen wir uns ihm sehr eng verbunden.“

Vor allem den  älteren VVN-BdA-Mitgliedern ist noch gegenwärtig, dass es nach 1945 unter Erich Zeigner als OBM antifaschistische Hausbeauftragte gab und er schon am 27. Juli 1945 dazu aufrief, antifaschistische Helfer in den Wohngebieten zu gewinnen, die auch zur Normalisierung des alltäglichen Lebens beitragen sollten. Sein Wirken für eine gründliche Entnazifizierung der Verwaltung hätte damals sicherlich Vorbild für manche Kommune im Westen Deutschland sein können.

Herzliche Einladung – Gemeinsamer Gedenktag in Hohnstein


Hiermit möchten wir herzlich dazu einladen, mit uns an die Errichtung des KZ Hohnstein vor 85 Jahren zu erinnern. Am 8. März 1933 wurde die damalige Jugendburg von der SA besetzt und zu einem der ersten KZ im Deutschen Reich ausgebaut. Zum ersten Häftlinge wurde der Jugendburgleiter Konrad Hahnewald, der sich weigerte die Hakenkreuzfahne zu hissen. Wenige Tage später kamen die ersten Häftlingstransporte am Marktplatz in Hohnstein an. In der Literatur wird von tausenden Häftigen gesprochen, über 700 sind uns namentlich bekannt. Sie wurden zur Arbeit gezwungen und zum Teil schwer gefoltert. Einige von ihnen starben an den Folgen der Misshandlungen in Hohnstein. Unter ihnen der frühere Bürgermeister der Stadt Heidenau, Paul Gröger und der Direktor der Lohmener Schule, Gerhard Schubert. Eine würdige Dauerausstellung über die Ereignisse gibt es heute nicht,viele Gedenkzeichen wurden entfernt. Am 10. März 2018 wollen wir deshalb der Opfer erinnern und uns in Hohnstein treffen. 10 Uhr begeben wir uns auf eine kleine Gedenkwanderung um Hohnstein (etwa 4 Kilometer). 12 Uhr treffen wir uns dann an der Gedenkstelle vor der Burg und wollen gemeinsam Blumen niederlegen. Im Anschluss wird es eine Führung über die Burg geben, auf der Berichte von Zeitzeug*innen vorgelesen und Originaldokumente gezeigt werden. Als Abschluss ist das Radebeuler Luisenstift eingeladen, ihre erst kürzlich erschienene Ausstellung zum Frühen KZ Hohnstein zu präsentieren. In einem Schulprojekt beschäftigten sich Schüler*innen mitder Burggeschichte 1933 / 1934. Symbolisch soll die Ausstellung dann an die Stadt Hohnstein übergeben werden. Die Veranstaltung, an der auch Angehörige ehemaliger Häftlinge teilnehmen werden, ist kostenfrei und wird durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen unterstützt.

Mit freundlichen Grüßen

Steffen Richter, AKuBiZ e. V.

Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt. Der VVN-BdA Leipzig e. V. sieht es als Verpflichtung an, sich vor Ort mit ihren Mitgliedern an diesem Gedenken zu beteiligen.

10:30 Uhr, Stadthaus (oberer Martin-Luther-Ring/ Lotterstraße) Abfahrt der Shuttlebusse

11:00 Uhr, Mahnmal Abtnaundorf

Musikalischer Auftakt:

  • Kammerchor der Schola Cantorum Leipzig

Gedenkreden:

  • Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig,
  • Gjulner Sejdi, Romano Sumnal e.V.

Gebete:

  • Martin Henker, Evangelisch-Lutherischer Kirchenbezirk Leipzig
  • Gregor Giele, Katholische Propstei St. Trinitatis Leipzig
  • Küf Kaufmann, Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig

Blumenniederlegung mit Schweigeminute
Musikalischer Ausklang

11:45 Uhr – Rückfahrt der Shuttlebusse zum Neuen Rathaus

ca. 12:15 Uhr, Neues Rathaus, Obere Wandelhalle

Gedenken an der Tafel für die im Nationalsozialismus ermordeten Stadtverordneten

12:30 Uhr, Neues Rathaus, Untere Wandelhalle

Einführung in die Ausstellung „Freiheit kontra Hitlerjugend. Jugendgruppen in Sachsen 1933-1945“:

  • Dr. Thomas Töpfer / Isabella Beck, Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig
     

18:00 Uhr – An der Gedenkinstallation auf dem Hauptbahnhof am Museumsbahnsteig wurde ebenfalls der Opfer gedacht.
   
Photos: Evelyn Bohnhardt

Gedenken des VVN-BdA Leipzig e. V. für die Leipziger Widerstandskämpfer während der NS-Zeit

 

Am 13. Januar, 11 Uhr am Ehrenhain / Leipziger Südfriedhof fand das Gedenken des VVN-BdA Leipzig e. V. für die Leipziger Widerstandskämpfer während der NS-Zeit statt.

Am 11. und 12. Januar 1945 wurden im Hof des Dresdner Landgerichtes die aktiven Mitglieder der antifaschistischen Leipziger Widerstandsgruppe „Schumann – Engert – Kresse“ hingerichtet. Ihrer und weiterer Leipziger, die sich während der NS-Zeit gegen das Regime auflehnten und dafür mit dem Leben bezahlen mussten, gedenkt der Bund der Antifaschisten Leipzig (BdA) am Samstag, dem 13. Januar, 11 Uhr am Ehrenhain auf dem Südfriedhof und lädt Interessierte herzlich dazu ein.

Im Sommer 1944 wurden zahlreiche Mitglieder des aktiven Widerstandes, die sich im Zuge der Hoffnung auf ein baldiges Ende Nazi-Deutschlands in kleinen Zirkeln und Gruppen neu- oder reorganisiert hatten, in Leipzig aufgespürt und verhaftet. Sie mussten schwere Misshandlungen erdulden, bevor ihnen schließlich der Prozess gemacht wurde. Im November ’44 erfolgten die Todesurteile, welche im Januar 1945 vollstreckt wurden.

Großer Dank an Juliane Nagel (MdL / DIE LINKE.) für ihre tiefgründige, ergreifende Rede anlässlich des Gedenktages.

Wir gedenken:

Georg Schumann (28.11.1886 – 11.1.1945)
Otto Engert (24.7.1895 – 11.1.1945)
Kurt Kresse (15.5.1904 – 11.1.1845)
William Zipperer (27.12.1884 – 12.1.1945)
Arthur Hoffmann (29.9.1900 – 12.1.1945)
Karl Jungbluth (17.3.1903 – 12.1.1945)
Alfred Frank (28.5.1884 – 12.1.1945)
Georg Schwarz (27.3.1896 – 12.1.1945)
Richard Lehmann (28.1.1900 – 12.1.1945)
Wolfgang Heinze (25.1.1911 – 12.1.1945)
Dr. Magarete Blank (21.2.1901 – 8.2.1945)
Walter Heise (8.9.1899 – 8.2.1945)

Gedenken anlässlich des 13. Todestages von Oury Jalloh am 07.01.2018 in Dessau

Liebe KameradInnen, AntifaschstInnen, AktivistInnen, FreundInnen und UnterstützerInnen,

Wir freuen uns über die gezeigte beeindruckende Solidarität so vieler Menschen, die ihren Weg u. a. aus Sachsen nach Dessau gefunden hatten, um gemeinsam zu gedenken und zu demonstrieren. Sie folgten dem Aufruf:

„Lasst uns ein klares Zeichen gegen die kontinuierlich tödliche und rassistische Gewalt des Staates und der systematischen Straflosigkeit für die Täter*innen setzen!“

Die etwa 3.000 Menschen forderten am Sonntag in Dessau Aufklärung im Fall Oury Jalloh. Es ist die bislang größte Demonstration am Jahrestag des vor 13 Jahren in einer Polizeizelle verbrannten Sierra Leoners.

„Als wir 2005 gesagt haben, dass mein Freund ermordet wurde, haben sie uns für verrückt erklärt“, sagt Mouctar Bah, der Gründer der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh. „Heute stehen wir hier mit tausenden Menschen, die alle dasselbe sagen.“

#OuryJalloh #DasWarMord!

Neujahrsgrüße 2018

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

ein langes, ereignisreiches Jahr 2017 liegt hinter uns. Ein spannendes gerade erst zwei Tage altes, neues Jahr 2018 vor uns. Wir sollten optimistisch hineinblicken im Angesicht wichtiger politischer Entscheidungen. Trotz des anhaltenden Rechtsrucks ist Aufgeben keine Option. Gerade jetzt sollte wir aufgrund der Aktualität noch entschiedener unsere antifaschistische Arbeit verstärken und gemeinsam, solidarisch kämpfen gegen Hass, Intoleranz, Abwertung von Individuen / Schwächeren. Heute umso mehr sind wir wieder der Devise verpflichtet:

„Nie wieder! Kein Fußbreit den Faschisten“

Dafür wünschen wir Euch vor allem eine gute Gesundheit und viel kreative Schaffenskraft. Jeder wird nach seinen Möglichkeiten gebraucht überall da wo faschistisches Gedankengut wieder salonfähig wird sei es im Bekanntenkreis, auf den Straßen, auf der Arbeit etc. Denn Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen, dem wir entgegenzutreten haben. Der verjüngte Stadtvorstand möchte mit Euch gemeinsam seinen Beitrag im antifaschistischen Kampf dazu leisten und Euch unterstützen getreu dem Motto „Einigkeit macht stark!“

Mit antifaschistischen, solidarischen Neujahrsgrüßen

Euer BdA-Stadtvorstand

Generationswechsel beim VVN-BdA Leipzig e. V.

 

Am 21.10.2017 fand die Vorstandswahl des VVN-BdA Leipzig e. V. statt. Nach 25 Jahren aktiver (Vorstands)arbeit schied Renate Peinel als Vorsitzende aus dem Vorstand aus. Vielen Dank der Kameradin Renate Peinel für ihr jahrelanges, unermüdliches, antifaschistisches Engagement, und dass sie uns weiterhin mit ihrem fundierten Wissen tatkräftig erhalten bleibt. Damit wurde zugleich ein Führungswechsel mit einer neugewählten „Führungsriege“ eingeläutet. Im Sinne der Emanzipation und der Arbeitsteilung wurden Klaudia Naceur und Lars Klaus Aßhauer als Doppelspitze gewählt. Ihnen zur Seite im Vorstandstehen Dr. Gustav Peinel (Schatzmeister), Christine Bohse, Irene Gräberund Daniela Schmohl. Somit ist der Generationswechsel eingeläutet, um den VVN-BdA Leipzig e. V. schlagkräftig für die Zukunft aufzustellen und das Wissen / die Erinnerung in die nächste Generation weiter zu tragen. Gerade heute können wir angesichts des aktuell anhaltenden Rechtsrucks Bezüge bzw. Parallelen zu damals herstellen und sind daher mehr denn je dem Schwur von Buchenwald verpflichtet und angehalten:

„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Die Toten mahnen uns! Wehret den Anfängen! Kein Vergeben! Kein Vergessen!